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  • Luminapolis – Licht-Portal

    Luminapolis ist ein Portal für alle, die sich mit Licht beschäftigen: Designer, Architekten, Künstler, Stadtplaner, Mediengestalter. Luminapolis berichtet über Licht-Ereignisse: gute Licht-Architektur, Festivals, Veranstaltungen, Ausstellungen, Kunst-Ereignisse in Museen und auf öffentlichen Plätzen. Mehr über uns

    Helmut M. Bien
    GF, westermann kommunikation
    info@luminapolis.com

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5. September 2009

Luminale 2010 – Die Biennale der Lichtkultur

Die Luminale – Biennale der Lichtkultur ist ein internationales Lichtkultur-Festival, das alle zwei Jahre in Frankfurt Rhein-Main stattfindet. Neben Frankfurt am Main sind Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden weitere Spielorte des Festivals. Das Konzept wurde im Jahr 2000 von Helmut M. Bien (Westermann Kommunikation) entwickelt und erstmals 2002 realisiert. 2006 beim dritten Mal waren rund 180 Licht-Projekte und rund 160 Veranstaltungen in Museen und Galerien, an Hochhausfassaden und in Lagerhallen, auf Straßen und Plätzen, in Kirchen und Parks, an Flussufern und Brücken zu sehen. 2008 stieg die Zahl der Projekte auf 227 mit rund 180 Ver anstal tungen. 2010 konzentrierte sich die Luminale wieder auf ihren Nukleus Frankfurt-Offenbach. Vor allem die internationalen Designer und Künstler suchen die Nähe zur parallel stattfindenden Messe Light+Building.

Die Energie- und Klima-Debatte hat das Thema Licht an die Spitze der Agenda gesetzt. Elektrizität, ihre Produktion, Verteilung und Anwendung ist ein gesellschaftliches Schlüsselthema, an dem sich die Zukunft der Zivilisation entscheiden könnte. Die rasante technologische Entwicklung der Beleuchtungssysteme und ihrer Steuerung haben neue Möglichkeiten eröffnet, die Lichtverhältnisse nachhaltig zu verändern. Deshalb ist es so wichtig, über die „greenovations“, die grünen Innovationen, ihre Einsparpotenziale aber auch über die ästhetischen Auswirkungen auf die Lebensqualität informiert zu sein.

Licht geht alle an. Das Lichtdesign wird von vielen Faktoren beeinflusst, bei denen viele mitreden. Licht ist keine Sache, die ausschließlich die Experten angeht. Es braucht ein breit fundiertes Wissen und Verständnis für Möglichkeiten, Effekte und Risiken.Deshalb ist in den letzten zehn Jahren das Interesse am Licht rapide gewachsen. Die Luminale durfte dazu ihren Beitrag leisten.

Das Verbot der Glühbirne hat das Post-Edison-Zeitalter im Jahr 2009 eingeleitet. Die Dynamisierung und Digitalisierung des Lichtes, die mit der LED-Technik einen gewaltigen Schub erlebt hat, bringt Design-Disziplinen zusammen, die bisher eher selten miteinander zu tun hatten. Licht wird zu einem Gestaltungsmittel nicht nur der Architekten sondern auch für Graphikdesigner, Mediengestalter und elektronische Kunst am Bau. Licht ist darüber hinaus zur vierten Dimension des Bauens geworden: Licht ist ein Baumaterial des 21.Jahrhunderts. Lichtdesign dient nicht der nachträglichen Dekoration von Gebäuden, sondern die Lichtplanung wird zum integralen Bestandteil der Bauplanung. Sie hat keine kosmetische Dimension eines „Aufhübschens“ von Immobilien nach Einbruch der Dunkelheit und ist auch aus ökologischen Gründen kein verzichtbarer Luxus.

Lichtfestivals wie die Luminale – Biennale der Lichtkultur sind besondere Herausforderungen für das Lichtdesign. Hier geht es um temporäre Installationen für Orte, Gebäude und öffentliche Plätze, die von einem großen Publikum besucht werden. Die Faszination dieser Installationen lebt von den jeweils neuesten technischen Möglichkeiten. Licht wird als Medium eingesetzt, eine alternative Welt jenseits des Alltagslebens sichtbar zu machen. Bei solchen Inszenierungen steht nicht die Alltagstauglichkeit auf dem Programm. Ganz im Gegenteil. Lichtfestivals stehen in der Nachfolge der Romantik, deren Programm Novalis formuliert hat: Banalem und Alltäglichem einen höheren Sinn zu verleihen und für einen kurzen utopischen Moment lang die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Lichtfestivals sind repräsentative Ereignisse, in denen eine Gesellschaft Bilder von sich selbst entwickelt und die Bürger dazu einlädt, sie zu teilen.

Seit uralten Zeiten gehören dabei Opulenz und Extravaganz zur inneren Logik solcher Ereignisse. Die Kritik an der “Verschwendung” hat dabei notorisch keine Chance, als Spielverderber gegen die gute Laune durchzudringen, die sich mit solchen Ereignissen verbindet. Der öffentliche Raum verwandelt sich in einen narrativen Raum, in dem im besten Falle eine Geschichte dadurch erzählt wird, dass Architekturen zueinander mit Lichtinszenierungen in Dialog gesetzt werden. Das ist der eigentliche Grund dafür, dass Licht-Festivals immer populärer werden, weil sie ein Instrument darstellen, Image und Identität auszuformen.

Die Luminale konnte eine eigene Tradition als Lichtkultur-Festival begründen. Das Konzept ist vom ältesten Lichtfest, der über 150 Jahre alten „Fête des Lumières“ in Lyon inspiriert. Eine Vielfalt von Licht-Installationen, Lichtkunst, Performances, Lichtklang-Installationen inszeniert die Möglichkeiten im Umgang mit Licht. Die Luminale ist eine Präsentationsplattform für Architekten, Designer, Stadtplaner und Künstler, neue Arbeiten und Produk ideen im Rahmen des Festivals der Öffentlichkeit vorzustellen. Regelmäßig erhalten Luminale-Projekte Design- und Architekturpreise.

Die Luminale hat im Unterschied zu anderen Festivals eine internationale Ausstrahlung. Sie findet zeitgleich zur Weltmesse des Lichtes statt: der Light+Building auf dem Frankfurter Messegelände. Zu dieser Messe kommen aus der ganzen Welt die Fachleute für Lichtgestaltung. Unter den rund 180.000 internationalen Gästen (2010) befinden sich Zehntausende von Architekten, die neben der Messe die Luminale besuchen. Buslinien sorgen dafür, dass die internationalen Besucher wie auch das Publikum aus der Region die einzelnen Licht-Installationen leicht aufsuchen und miteinander vergleichen können.

Die Luminale wendet sich mit dem Programm sowohl an ein internationales Fachpublikum als auch an die Öffentlichkeit vor Ort. Das unterscheidet die Luminale von anderen Lichtereignissen, bei denen eindeutig kommerzielle und touristische Ziele dominieren. Die Luminale ist stattdessen ein öffentlich zugängliches Lichtlabor. Innovation und Experiment stehen im Vordergrund, weit weniger die vielfach erprobten Schauspiele der Illumination für ein Massenpublikum. In vieler Hinsicht ist die Luminale ein Art Meta-Festival. Wer bei der Luminale Anerkennung der Fachwelt findet, wird auch auf andere Licht-Festivals eingeladen.

Die Bedeutung des Lichtes nimmt mit der Verstädterung der Welt zu. 2006 lebten weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Lande. Licht und Elektrizität sind die wichtigsten Medien des Urbanen. In dieser Hinsicht ist die Luminale auch ein Urban Age Festival, das die Entwicklung des Urbanen reflektiert. Die Luminale hat sich bei verschiedenen Foto-Communities als fester Termin etabliert. Profi- wie Hobby-Fotografen nutzen die Luminale zum Foto-Shooting und präsentieren die Ergebnisse ihrer Stadtwahrnehmungen in Ausstellungen und auf verschiedenen Websites.

Das Konzept der Luminale hat viele Wurzeln. Es wurde von dem Kulturwissenschaftler Helmut M. Bien im Auftrag der Messe Frankfurt entwickelt. Organisatorisch wurden Veranstaltungsformen miteinander kombiniert, die neben der Fête de Lumières in Lyon auf das international erfolgreiche Konzept der „Museum Nights“ und Design-Off- Programme wie die „Design Horizonte“ (Michael Peters) der 80er Jahre zurückreichen. Die Luminale als Veranstaltung der Stadtwahrnehmung und der temporären Stadtveränderung hat ihre philosophischen Wurzeln in den Theorien und Reflexionen zum Flaneur (Passagenwerk, Walter Benjamin), der Spaziergangswissenschaft von Lucius Burkhardt und den Wanderungen des Peripatetikers Bazon Brock (Im Gehen Preußen verstehen). Sie alle begreifen den öffentlichen Raum als Imaginationsfläche, auf der die Wünsche, Interessen, Traditionen und Begehrlichkeiten einer Gesellschaft verhandelt werden. Ästhetik ist für sie die Wissenschaft von der Wahrnehmung.

Ausgehend von den Aktionen der Situationistischen Internationalen (Guy Debord) der späten 60er Jahre, in denen die Unwirtlichkeit der Städte und deren Wiederaneignung thematisiert wurden, wächst seit Jahren das Interesse einer jüngeren Architektengeneration am Problem der Stadtaneignung rasant. Die realisierten Projekte bringen die temporären und performativen Aspekte der Architektur zum Vorschein: In schrumpfenden Städten Lücken und Unorte mit neuem Leben füllen, für Slums und Favelas der Megacities transitorische Lösungen finden, Stadtbrachen eine Zeitlang bespielen oder Festarchitekturen entwickeln, dem öffentlichen Raum neue Attraktivität und veränderte Bedeutungen verleihen. „Temporärer Urbanismus“ ist das Stichwort. Auch das Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ gehört in diesen Kontext. Das be kannteste Projekt: Die Münsteraner Skulpturen-Projekte (Kaspar König) gibt Künstlern eine Plattform, die mit der Öffentlichkeit und der Wahrnehmung experimentieren. Auch die subkulturelle „Urban Art“ oder „Street Art“ gehört in diesen Kontext. Für temporäre wie performative Gestaltungsstrategien ist Licht ein effektvolles, gut verfügbares und auch kostengünstiges Medium. Diese Tendenzen in Architektur und Kunst greift die Luminale auf und übersetzt sie in ein Festivalprogramm.

Weitere Informationen beim Projektbüro Luminale: Informationen bei Projektbüro Luminale

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