A&O Lighting wird auch bei der Luminale 08 dabei sein. Wo und mit wem ist noch ein Geheimnis.
Der Global Player aus Oyten bei Bremen gehört zu den Teilnehmern der ersten Stunde. Wenn es irgendwo auf der Welt etwas wirklich groß zu feiern gibt, sind die Falcon Lichtsysteme von A&O Lighting Technology aus Oyten bei Bremen mit von der Party. Sie bringen nicht nur die Stromzähler zum Rasen, ihr Licht ist noch vom Weltraum aus zu sehen.
Die Falcons setzen Zeichen am Himmel, die lange in Erinnerung bleiben. Sie steigern die Bedeutung von Gebäuden ins Gigantische, sie verleihen Ereignissen globale Dimensionen von der Oscar-Verleihung in Hollywood über die Harbour Party in Hongkong, die Wiedereröffnung des Grünen Gewölbes in Dresden bis hin zum Shopping Festival in Dubai.
Marco Niedermeier und seine Geschwister haben ziemlich genau 12 Jahre gebraucht, um aus einem Garagenunternehmen einen Global Player zu formen. „Gerade geht für mich ein Traum in Erfüllung. Wir konnten das Unternehmen eines Partners in Los Angeles übernehmen. Ich liebe Amerika und fühlte mich in Deutschland wie im falschen Land geboren,“ bekennt Marco Niedermeier, den wir auf der Light Middle East in Dubai treffen. Er trägt wie immer sein Polohemd mit dem Firmenlogo. Er lebt A&O Lighting, sieht nicht aus wie ein Chef, sondern wie einer, der mit anfasst, wenn sein Typ gefragt ist.
Die Hierarchien sind flach bei A&O und die Kommunikation frisch, freundschaftlich und direkt. Sicherlich ein Teil des Erfolges, wenn man mit mehr als 80 so freien wie eigenwilligen Mitarbeitern rund um den Globus komplexe Projekte auf die Reihe kriegen will.
Auf der Messe in Dubai hat A&O Technology Middle East einen Stand, der vom Büro in Abu Dhabi aus betreut wird. Die Kollegen aus dem frisch gegründeten A&O-Office in Bangkok sind rübergekommen und schauen sich an, wie Messe funktioniert. Oyten bei Bremen – Abu Dhabi – Bangkok – Los Angeles, die Niedermeiers sind auf ihrem Weg nach Osten in Hollywood angekommen. Bruder Kai, „unser Scout ist zur Zeit in der Türkei unterwegs und sondiert die Lage“, erzählt Marco. Während sein Bruder einen Blick für Chancen und Menschen hat, ist es der Maschinenbauer Marco, der Ideen in Produkte verwandelt, im Büro in Oyten sitzt Schwester Tanja, die alles zusammenhält, die logistischen Fäden zieht und Britta, Marcos Frau, kümmert sich um Buchhaltung und Steuer. Ein junges Unternehmen „Made in Germany“ und zugleich ein Familienbetrieb wie aus dem Bilderbuch.
Natürlich war es Kai Niedermeier, der die Idee hatte damals in der Disco „Paradiso“ im italienischen Brescia. 1995 entdeckte er dort die Lichtkanonen eines italienischen Herstellers. Ein paar Wochen später waren sie die Deutschlandvertreter der Italiener, verliehen und verkauften deren Produkte. „Wir sind Praktiker“, bringt Marco Niedermeier das Geschäftsmodell auf den Punkt. Der Rest ist „Learning by Doing“.
Mit dem Pick-up gings zu den Dorfdiskos in die Heide, ganz banal fing alles an. Und immer steckten sie das verdiente Geld zuerst in die Firma, entwickelten das Geschäft über den Verleih. Zufriedene Mieter übernehmen früher oder später das Equipment und sorgen so dafür, dass die Niedermeiers ihr Geschäft wieder ein Stück ausdehnen können. Dann profitierten sie vom rasanten Boom des Privatfernsehens in Deutschland. Die Fernsehleute brauchten für ihre Shows und Events Leute, die das Licht machten. Kai und Marco freundeten sich mit Stagedesignern wie Manfred Ollma (heute Professor an der Kölner Kunsthochschule) an und entwickelten mit einem wachsenden Stab von freien Mitarbeitern immer komplexere Lichtkonzepte. Heute haben Sie eine eigene Unit A&O Vision, die sich darauf spezialisiert hat, Ideen in Animationen umzusetzen, mit denen man Kunden glücklich macht.
A&O Lighting sind überzeugte Aussteller auf Messen. Sie wandern mit den Veranstaltungen um den Globus. Sie nutzen die Branchentreffs weltweit, um das eigene Netzwerk zu pflegen, den Kontakt zu Partnern und Kunden zu halten. Die Light Middle East haben sie mit aus der Taufe gehoben. Die Erstveranstaltung fand noch in Abu Dhabi statt, A&O hatte gerade das Büro dort eröffnet. Für die Premierenfeier der Messe hatten sie die exklusivste Location aufgetan: die Helikopter-Plattform auf dem Interconti mit einem sagenhaften Blick über die Lagune des Emirats. Typisch Niedermeiers: Kaum angekommen, wissen Sie sofort, wen man kennen muss, wo man die Leute trifft, was die Kunden wirklich wollen und wo die Fettnäpfchen stehen. Zum Verhältnis der Emirate zueinander befragt, heißt es nur trocken: „Abu Dhabi ist die Macht, Dubai ist Marketing.“
Thomas Linke, der Area Manager Middle East, ist so ein Quereinsteiger. Er ist seit zehn Jahren am Golf, arbeitete in Deutschland bei einer bekannten Werft für Luxusyachten in Hamburg. Auf einer Messe, der boot in Düsseldorf, war er VIP-Betreuer auf der dort ausgestellten 36 Meter-Yacht „Golden Eye“. Noch während der Messe wurde er von einem Mitglied des Al Maktoum-Clans abgeworben, der mehr als ein Auge auf die „Golden Eye“ geworfen hatte. Linke kam mit dem Schiff nach Dubai und hatte deshalb einen Job bei der Armee.
In seiner Freizeit lernte Linke Kai Niedermeier kennen, der nach ersten Aufträgen immer häufiger Events am Golf inszenierte. Die Niedermeiers konnten einen Partner mit Insider-Kenntnissen bestens gebrauchen. Thomas Linke lächelt fein, deutet lieber an als etwas offen auszusprechen. Auf seine Diskretion ist Verlass. Genau der Richtige für den Umgang mit den Familien und Clans, für die A&O Märchenhochzeiten ausleuchten, Staatsakte ins rechte Licht setzen und zunehmend auch Architekturinszenierungen umsetzen wie die Marina Shopping Mall draußen in der Bucht, die Chamber of Commerce oder jetzt das Ritz Carlton in Doha.
In Abu Dhabi gehört das Emirates Palace zu den bevorzugten Wirkungsstätten. Hier findet alles statt, was wirklich wichtig ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Entsprechend distinguiert geht es dort zu. Golfcarts bringen die Gäste von einem Wohnflügel zum anderen, so gigantisch ist die 7-Sterne-Hotelanlage. Der Sand für den Hotelstrand wurde aus Marokko eingeflogen, weil der heimische nicht weiß genug war. 245 Kilo Gold wurden auf Wände und Decken aufgetragen. Auch hier sind es wieder Deutsche, die organisieren. Das Emirates Palace wird von Kempinski gemanagt. Ganz in der Nähe an der Corniche liegt das A&O Büro in einem schlichten Bürokomplex.Die Büroeinrichtung haben Sie vom Vormieter, einem arabischen Geschäftsmann, übernommen und waren so auch gleich „politisch korrekt“ eingerichtet, inklusive Scheich-Portrait über der Sofa-Besprechungsecke.
Marco Niedermeier hat im Hafen sein Speedboot liegen. Wenn er mit Mitarbeitern, Kunden, Gästen auf eine der Lagunen-Inseln zum Grillen ausläuft, dann wollen es alle wissen und Niedermeier gibt Power: auf 62 Seemeilen, mehr als 114 km/h bringt es das maritime Kraftpaket. Mit seinen Falcon Lichtsystemen verhält es sich nicht anders: der Falcon Beam bringt es maximal auf 8.000 Watt. Das erste Mal kamen die Falcons bei der Illumination der VW-Autostadt in Wolfsburg zum Einsatz.
Die Falcon Product-Range ist eine Eigenentwicklung von A&O Lighting Technology. Wozu ist Marco Niedermeier schließlich Maschinenbauer. Und warum fremde Produkte verkaufen und vermieten, wenn man es auch mit eigenen machen kann. A&O hatte so viele Sonderlösungen für Architektur-, Event- und Open-Air-Veranstaltungen mit den Kunden entwickelt, dass die Zeit reif war, den Erfahrungsschatz zu heben und eine eigene Produktion aufzuziehen. 2004 wurde dafür die Alpha One GmbH gegründet und die Falcon-Serie produziert. Seitdem zeigt er sie auf den Messen weltweit mit großem Erfolg.
Und wieder verschiebt sich das Geschäftsmodell ein wenig. Vermieten und Verkaufen sollen die Produkte künftig überwiegend die langjährigen Partner, die in den jeweiligen Regionen des Weltmarktes zu Hause sind und dort Events ausstatten und ausrichten. Die Partner können sich auf die Beratung und das Know-how von A&O verlassen und auf den Equipment-Pool zurückgreifen.
„Bei uns kommt es schon mal vor, das wir 40 Tonnen Material ans andere Ende der Welt fliegen müssen.“ A&O setzt auf Produkt-Innovationen und die Konzeption von Festinstallationen im Bereich Architekturbeleuchtung. Niedermeier ist ein gefragter Gesprächspartner, um etwa mit Charles Stone, dem New Yorker Lichtdesigner seine Lichtskulptur über den Ruinen der Twin Towers des World Trade Centers zu diskutieren. C.Y. Lee & Partners, die den gegenwärtig höchsten Skyscraper der Welt, den Taipei 101 in Taiwan erbauten, gehören dazu wie der Amerikaner Frank O. Gehry oder auch der französische Lichtplaner Yann Kersalé, mit dem A&O das Lichtdach für das Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin umsetzte.
A&O Lighting Technology ist seit der ersten Luminale parallel zur Light + Building in Frankfurt dabei und unterstützt auch andere Lichtkunst-Projekte wie das von Michael Sailstorfer für die Galerie König in Berlin. Zur Fußball-WM sollte eine „Unendliche Säule“ aus Licht in den Himmel ragen. Galerist Johann König, Spross des legendären König-Clans, hatte dafür das Dach seiner Galerie durchbrechen lassen. Eigens für den Künstler baute Alpha One ein besonders großes Gehäuse für den „Kunst-Scheinwerfer“, der als einziges Objekt in der Galerie ausgestellt wurde. Der Künstler wollte es so. Niedermeier amüsiert sich noch heute über diese sehr spezielle Anforderung. „Normalerweise gehen wir in die genau entgegen gesetzte Richtung. Wir wollen unsere Hochleistungsscheinwerfer so klein und auch so leicht wie möglich machen, um sie möglichst unsichtbar in die Architektur zu integrieren. Künftig wollen wir gemeinsam mit den Architekten Lösungen entwickeln, die genau auf das jeweilige Gebäude abgestimmt sind und sich in das Design integrieren.“ Ein weites Geschäftsfeld für das Welt umspannende Unternehmen aus Oyten bei Bremen. Die Nachtansicht der Architektur von Gebäuden und Städten ist ein ganz junges Thema.






























